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Von Anfang an nur Fotos im Kopf! – Wie war das eigentlich bei mir!

Auf meiner Website gibt es schon einen kleinen Einblick darin, wie ich Kinder- und Familienfotografin wurde, aber so richtig von Anfang an und mit allen Facetten habe ich das nie erzählt. Es wird also Zeit. Denn immer wieder kommen Fragen.

Das erste Mal als ich eine Spiegelreflexkamera sah, war ich 5 Jahre alt. Das war 1986. Ich stand im Wohnzimmer und meine Mutter kam mit dieser Kamera gerade nach Hause. Brandneu, eine EXA 1b mit einem 50mm Objektiv. Ich wollte sie sofort haben und Bilder damit machen. Ich war Feuer und Flamme und es war um mich geschehen.

Sie sagte aber: „Nein! Du lässt sie nur fallen!“

Wochenlang musste ich diesen Satz hören. Meine Mutter musste letzlich einsehen, dass ich nicht aufgeben würde und sie gab mir die Kamera in die Hand.

Diesen Moment werde ich nie vergessen. Was für ein schweres Teil und dieser starre Blitz den sie dann auch noch anbaute und mir erkläre was der macht. Die Sonne schien mir auf den Rücken durch das Fenster und in der Küche brutzelte mein Vater das essen.

Bis heute habe ich sie nicht fallen lassen. Und schöne Bildern macht sie immer noch!

1. und 2. Foto: von der wunderbaren Bahar Gözmener

Im Alter von 13 Jahren habe ich angefangen mir die Grundlagen mit Notizen über Belichtung und Zeit und Schärfeeinstellung selbst beizubringen. Stundenlang war ich unterwegs und machte Fotos von der Natur, Gebäuden und Menschen. Jede Einstellung notierte ich zum entsprechenden Foto auf Papier. Denn eine sofortige Kontrolle gab es nicht. Das erschwingliche digitale Zeitalter der Fotografie begann erst Anfang der 2000er Jahre.

Also schrieb ich fleißig meine Bildnummer und die dazu gehörigen Bildeinstellung auf. Immer wieder kam es vor, dass ich, als ich die Bilder in den Händen hielt meine Notizen, die ich gemacht hatte, nicht mehr verstand. Alles ergab überhaupt keinen Sinn mehr. Denn das Bild sah ganz anders aus. Für den Aha-Effekt brauchte es mehr Zeit, die Fehlerquote hoch. Aber aufgeben kam nicht in Frage.  Und irgendwann hatte ich den Dreh raus.

Heute mache ich alles automatisch und weiß aus den FF, welche Einstellungen es in einer Wohnung, im Wald, auf der Straße, bei Sonnenschein, bei Regen oder sonst irgend welchen Gegebenheiten braucht. Es ist in meinem Blut. Noch heute gibt es Momente in denen ich doch sehr überrascht über meinen technischen Automatismus bin. Und freue mich darüber. Das war doch die Definition von Profi….oder? Üben üben üben.

Mit 16 Jahren bewarb ich mich an der Uni, man schickte mich weg. Werd erwachsen, stand zwischen den Zeilen. Ja so war das, heute können sie jünger nicht sein und damals sollte man erstmal erwachsen werden. Ich dachte natürlich es liegt an meinen Bildern.

Und so lernte ich erstmal was völlig anderes. Kauffrau für Bürokommunikation. Zu deutsch Sekretärin. In meiner Freizeit machte ich fleißig weiter.

Zu meinem 18. Geburtstag bekam ich die Minolta Dynax 505si von meinem damaligen Freund, meiner ersten großen Liebe. Das war ebenso eine Spiegelreflexkamera. Ich hab diese Kamera überall mit hin genommen. Auf Partys, zu Familienfesten, in den Urlaub und einfach nur so. Motive gab es überall. Auf der Suche nach Bildern mit dieser Kamera sind mir diese beiden Fotos in die Hände gefallen. Links die Minolte und ich. Rechts eine mir unbekannte Dame und ich in der Dunkelkammer.

Immer mehr Leute sagten mir, das meine Bilder so schön sind. Ich dachte, das sagen sie, weil sie mich kennen. Aber nach und nach, kamen Leute von Freunden zum fotografieren.

Außerhalb der Arbeit machte ich nur noch eins, fotografieren. Ich übte mich an der Motivwahl und in den Perspektiven. Besuchte Abend- und Volkshochschulen. Und quälte mich durch höllisch komplizierte Fotografie-Bücher.

Ich würde jetzt so gern ein paar der Motive zeigen, aber aus dieser Zeit habe ich fast nichts mehr. Bei einem Umzug ging genau diese -meine wichtigste Kiste- mit all meinen Negativen verloren.

Nun ja. Ich schloss meine Ausbildung ab und bekam eine Anstellung in einem Unternehmen, dort wurde ich mit der Zeit Leiterin der Werbe- und Marketingabteilung. Ich hatte viel mit Öffentlichkeitsarbeit, Werbung und Marketing zu tun. Da passten Fotos immer gut ins Konzept. Diese Zeit war wichtig und ich habe viel Weiterbildung genossen und gelernt.

Nach sieben Jahren bekam ich meinen ersten Sohn und es war Zeit einen neuen Abschnitt zu beginnen. Jetzt oder nie!

Während andere Mütter in Elterncafés ihren Kaffee schlürften und über Windeln quatschten, schaukelte ich mit dem Fuß die Wiege und recherchierte, rechnete und plante meine Selbstständigkeit als Fotografin.

Mein Studio hatte ich ja schon. Also warum nicht. Es passte, so dachte ich. Keine Bange, es gab auch Zeit für meinen Großen. Aber es war schon anders, als bei anderen Mamas.

Das war vor 9 Jahren. Und ich würde es immer wieder so machen.

Wenn du Selbstständig bist musst du immer wieder auf dem neuesten Stand sein. Ich habe mich für eine Bildsprache entschieden die Zeitlos ist – sprich, keine tollen Filter über die Bilder ziehen, die in 2 Jahren wieder out sind. Aber was muss und sollte man als professionelle Fotografin können und wissen?

Ich wusste ich kann fotografieren, aber ich ging noch mal zur Uni. An die POP Akademie und schloss mit 96 % ab. Ich machte eingie Zeit davor einen 1jährigen Abendkurs am Lette Verein Berlin und danach viele tolle Workshops bei guten Kollegen. Das mache ich übrigens immer noch sehr gern. Denn die machen am meisten Spaß.

In den ersten Jahren habe ich alles fotografiert, was sich mir anbot. Ich hatte Spaß und war offen für neues.  Aber irgendwann merkte ich, dass ich bestimmte Shootings nicht mehr machen möchte und mein Herz für Babys, Kinder, Familien und Künstler schlägt.

Und da bin ich heute. Eine professionelle Kinder- und Familienfotografin mit Leib uns Seele in einem wunderbaren Künstlerviertel in Weißensee. Und hier in dieser Straße arbeite und lebe ich nun schon seit 9 Jahren und es wird immer schöner.

Ihr habt Fragen, immer her damit.

Liebe Grüße

Jannette

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